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„Wir sind optimistisch“

Wenn im Brexit-Abkommen freier Handel beschlossen wird, kommt auch die Forschung gut weg, glaubt Sir Anton Muscatelli von der Universität Glasgow

Interview: Dr. Angela Lindner

Prof.
Sir Anton Muscatelli, Rektor der Universität Glasgow und Vorsitzender der Russel-Group, sieht die Wissenschaft bei der britischen Regierung gut aufgehoben und setzt bei den Brexit-Verhandlungen auf die Deutschen.


Sind Sie zufrieden mit der Wissenschaftspolitik Ihrer Regierung in den laufenden Verhandlungen?

Wir sind froh, dass sich London für die Beteiligung an Horizon 2020 und Erasmus eingesetzt hat und insgesamt Forschung und Innovation wichtig nimmt. Seit der Entscheidung für den Brexit ist unsere Beteiligung an EU-Programmen leicht zurückgegangen, aber insgesamt sind wir immer noch stark dabei. Man hat uns ermutigt, uns weiter zu bewerben, und im Brexit-Fall Kompensation zugesagt. Aber ganz ehrlich: Die Zusammenarbeit in Horizon 2020 war fantastisch. Es wäre schade, das zu verlieren – für alle Beteiligten.

Müssen Sie in London viel Überzeugungsarbeit leisten?

Wir haben natürlich Lobbyarbeit gemacht, aber das britische Parlament und die jetzige Regierung halten die Bedeutung von Wissenschaft sehr hoch, mehr als die vorherige. Im März wurden im neuen Haushalt die Mittel für Forschung und Entwicklung stark erhöht, wovon Universitäten und Wirtschaft profitieren. Und in diesen Tagen verkündet die Regierung ihre neue Strategie für Großbritannien als Forschungsnation – alles in dem Bewusstsein, dass wirtschaftliches Wachstum starke Wissenschaft und Innovationen braucht. Die bisherigen 2,4 Prozent des BIP reichen da nicht aus.

Wo liegt der Knackpunkt bei den Verhandlungen in Brüssel?

Unsere größte Sorge ist nicht die Regierung in London, sondern die EU und insbesondere die Kosten für assoziierte Nicht-EU-Partner. Wir haben doch in Europa ein gegenseitiges Interesse an enger Zusammenarbeit, um im globalen Wettbewerb mit USA und China standzuhalten. Auch der EU sollte daher an der engen Kooperation mit Großbritannien gelegen sein und sie sollte uns ermutigen, assoziiert zu sein. Aber wir stellen uns auch auf Plan B ein, also bilaterale Beziehungen. Natürlich sind die „alten“ EU-Mitglieder wichtige Partner, aber wir schauen auch auf das neue Europa, wo die Forschung wächst.

Was erwarten Sie von der deutschen Ratspräsidentschaft?

Wir hoffen, dass die Deutschen ein rationales Element in die Verhandlungen einbringen. Freier Handel als Basis und darauf bauend Forschung und Innovation. Wir sind optimistisch.

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