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Pyjamaparty

Eine Übernachtung im Museum kann Kinder spielerisch an die Wissenschaft heranführen.

Mit Schlafsack, Isomatte, Stullenbüchse und Zahnbürste ins Museum gehen. Sich dort neben den Exponaten ein kleines Schlaflager einrichten. Mit einer Taschenlampe an einer Führung durch die im Dunkeln noch heiliger wirkenden Hallen mitmachen und dann so lange wach bleiben, wie es nur irgend geht. Schließlich muss man ja schauen, ob die Museumsobjekte nicht doch – wie im Film – Punkt Mitternacht lebendig werden. Für Kinder ist eine Übernachtung im Museum ein Abenteuer und lang bleibende Erinnerung: eine unheimliche, unheimlich schöne und unheimlich lehrreiche Pyjamaparty.

Spätestens seit dem Familien-Blockbuster „Nachts im Museum“ – gefilmt im American Museum of Natural History – haben mehr und mehr Institutionen solch ein Event in ihr Programm aufgenommen. In den USA sind die Sleepover, Slumber Parties oder auch Science Night genannten Veranstaltungen verbreitet – im Planetarium unter Sternen, im Zoo direkt neben den Fischen im Aquarium oder im Naturkundemuseum neben den Riesenspinnen. In Deutschland war das Deutsche Museum in München Vorreiter. Schon vor zwanzig Jahren wurde dort übernachtet.

Mittlerweile gibt es vielerorts auch die Abenteuer für Erwachsene – mit Dinner, Cocktails, Mondscheinführungen oder Konzert. Und auch wenn sie es nicht zugeben mögen: Der eine oder andere Erwachsene wird ebenfalls um Mitternacht den Atem anhalten und sich fragen, ob Dinosaurier, die Bilder oder die alten Mumien nicht doch lebendig werden.

Anwendung

Vera Ludwig ist wissenschaftliche Mitarbeiterin für das „Kinderreich“ am Deutschen Museum in München und betreut die dortigen Übernachtungen im Museum. Sie sagt:

„Mit einem Übernachtungsevent im Museum erreicht man natürlich quantitativ nur eine überschaubare Gruppe. Auf sie hat dieses ganz besondere Erlebnis aber eine umso nachhaltigere Wirkung: Die Kinder und Erwachsenen, die eine Nacht bei uns verbracht haben, sind so begeistert, dass sie als Multiplikatoren ihre schönen Erfahrungen im Museum nach außen tragen – ein echter Schneeballeffekt. Sie haben das Museum in ganz anderer Atmosphäre kennengelernt – im Dunkeln, mit unbekannten Geräuschen, mit nur wenigen anderen Besuchern –, da ist die Offenheit für die Inhalte ganz anders als im alltäglichen Museumsbetrieb. In unserer Erfahrung bieten sich solche Veranstaltungen besonders für Kinder zwischen sieben und fünfzehn Jahre an. Darunter sind sie einfach zu klein und alles ist viel zu aufregend, danach finden sie es uncool. Für die richtige Zielgruppe ist es jedoch ein richtiges Abenteuer und emotionales Lernerlebnis. Da wollen alle Kinder sofort wieder im Museum übernachten.“

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