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Für neuen Glanz

Seit einem Jahr ist der Erziehungswissenschaftler Martin Allespach Direktor und Leiter der Europäischen Akademie der Arbeit in der Universität Frankfurt am Main. Er hat große Pläne mit der traditionellen Institution.

Dass Menschen mündig und fähig gemacht werden, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten und sich für ihre Ideen einzusetzen, das ist die Grundidee der Akademie seit ihrer Gründung“, sagt Professor Dr. Martin Allespach. Er ist seit einem Jahr Direktor und Leiter der Europäischen Akademie der Arbeit, einer gemeinnützigen Stiftung zum Zweck der Lehre und Forschung.

Die Institution wurde 1921 vom Arbeitsrechtler Hugo Sinzheimer gegründet. Auf der Liste der Absolventen stehen so prominente Namen wie der ehemalige Bundesarbeitsminister Walter Riester oder Jürgen Peters, ehemaliger Vorsitzender der IG Metall. Zu den Dozenten gehörten neben Hugo Sinzheimer, dem Urvater des deutschen Arbeitsrechts, Max Horkheimer und Franz Oppenheimer. In zwölfmonatigen Studiengängen können Berufstätige in den Bereichen Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Arbeitsbeziehungen und -politik, Sozialpolitik, Organisation und Management studieren.

Allespach möchte die Akademie weiterentwickeln. Bis 2017 soll ein sogenanntes House of Labour Studies entstehen, ähnlich dem bestehenden House of Finance, das mehrere interdisziplinäre Forschungs- und Weiterbildungsaktivitäten im Bereich der Finanzwirtschaft und des Finanzrechts an der Goethe-Universität Frankfurt bündelt. Das House of Labour Studies soll Heimat für die Europäische Akademie der Arbeit sein, womit ein Umzug vom Unigelände im Stadtteil Bockenheim auf den Campus Westend bevorsteht. Die bestehenden Studiengänge sollen weiter angeboten, sogar ausgebaut werden.

„Wir sind dabei, uns personell zu verstärken und das Curriculum weiterzuentwickeln“, sagt Allespach. Neben einem inhaltlichen Ausbau der Studiengänge nennt Martin Allespach die Etablierung von Forschungsschwerpunkten im Bereich Arbeitspolitik und Arbeitsbeziehungen als weiteres Ziel des Wandels. Gemeinsame Forschungsprogramme und Kooperationen mit anderen Institutionen sind derzeit in Planung.

Einen Blick über den Tellerrand werfen die Wissenschaftler der Akademie schon jetzt: „Seit November untersuchen wir in einem Projekt, wie Mitbestimmung in Betriebswirtschafts- und Management-Studiengängen curricular verankert ist“, sagt Allespach, „wir fragen: Kommt dieses Thema überhaupt vor? Und wenn ja, wie? Als Störfaktor oder als innovatives Instrument?“
Mitbestimmung ist ein wichtiges Thema im Karriereverlauf von Martin Allespach.

„Der Schutz von Beschäftigten, Mitbestimmung und Beteiligung haben sich in der Krise bewährt“, beschreibt er seine Erfahrung. Als damaliger Leiter des Bereichs „Grundsatzabteilung und Strategische Planung“ bei der IG Metall war eine seiner größten Herausforderungen im bisherigen Berufsleben die Wirtschaftskrise 2008/09. In dieser Zeit hat er beispielsweise die verlängerte Kurzarbeit mitentwickelt, die Massenentlassungen verhinderte. „Mir lagen die Belange von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern immer am Herzen“, sagt Allespach.

Er selbst arbeitete sich hoch: von der Hauptschule über eine Lehre als Bürokaufmann zum Studium der Erziehungswissenschaften, mit anschließender Promotion und Habilitation. Allespach musste nicht lange überlegen, als er gefragt wurde, ob er die Leitung der Europäischen Akademie der Arbeit übernehmen möchte, denn mit der Akademie und ihrer Grundidee fühlt er sich persönlich verbunden.

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