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// Editorial: Digitalschub //

Sommersemester 2021, ein ganz normaler Dienstagmorgen, in einem dritten Stock irgendwo in Deutschland. Es klingelt an der Wohnungstür. ...

... Aus Zimmer eins stürzt eine Bewohnerin zur Tür, um zu öffnen. Draußen furchterregendes Gepolter: Der neue Kühlschrank wird geliefert. Wird er es funktionsfähig nach oben schaffen? Dem im anderen Zimmer residierenden Mitbewohner der Empfängerin ist das egal. Er stopft sich schnell ein paar Stöpsel in die Ohren, so laut sind die Geräusche, die noch durch die geschlossene Zimmertür dringen. Auf keinen Fall und von nichts auf dieser Welt kann er sich jetzt ablenken lassen! Denn er steckt gerade in der Klausur, die das Semester abschließen soll. Es würde sich wirklich freuen, wenn er sie besteht! Nach all den Schwarze-Kacheln-Tagen, die er mit dem Modul verbracht hat.

Sommersemester 2021, Zustände, die sich nur eineinhalb Jahre zuvor niemand hätte vorstellen können. Doch man hat sich gewöhnt. Es ist schließlich schon das dritte Lockdown-Semester. Das Ende seiner Vorlesungszeit nehmen wir zum Anlass, die Erfahrungen mit der digitalen Lehre zum THEMA in dieser DUZ zu machen (ab Seite 18). Spoiler: Nicht alles, wovon es drei gibt, ist gut. Es waren, aller Routine zum Trotz, Semester voller Mühe für alle Beteiligten. Während die einen mit häuslichen Widrigkeiten kämpften, haben sich auf der anderen Seite Technikerinnen und Dozenten die Beine ausgerissen, um ihre Lerneinheiten zu digitalisieren, und anschließend im Seminar vor schwarzen Kacheln gesessen, hinter denen sich junge Menschen verbargen, die noch nie eine Uni von innen gesehen hatten und sich nichts zu sagen trauten. „Ich vermisse am meisten das Gespräch mit den Studierenden nach den Veranstaltungen“, sagte neulich eine befreundete Dozentin zu mir.

Und trotzdem war es auch eine gute Zeit, haben die Recherchen unserer Autorin Ingrid Weidner gezeigt. Denn der Zwang zu Entdeckungen hat ebensolche auch zutage gefördert. Studierende haben, Kacheln hin, Kacheln her, Zeitersparnis und Komfort zu schätzen gelernt, wenn sie in winterlichen Morgenstunden am Küchentisch der Vorlesung lauschen konnten, anstatt durch die Kälte zur Uni zu hetzen. Dozierende haben angepackt, was, wenn man ehrlich ist, auch ohne Pandemie längst anstand – digitale Formate ausprobieren, neue Prüfungskonzepte entwickeln. Machen wir uns nichts vor: Es wird wohl kaum jemand, der ein komplettes Onlinesemester miterlebt hat, diese Erfahrung freiwillig wiederholen wollen. Doch wenn es wieder eine Wahl gibt – hoffentlich ab dem kommenden Semester –, wird sie, das wagen wir zu prophezeien, des öfteren auf ein Onlineformat fallen. Vielleicht auch, weil man dann während einer Vorlesung einen Kühlschrank in Empfang nehmen kann? Wobei, der ist ja schon da. Fürs Wintersemester bestellen wir eine Waschmaschine.

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