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Erstmals zeichnete die Initiative Unipreneurs 20 Professorinnen und Professoren für ihr Engagement aus, Gründerinnen und Gründer an Hochschulen zu unterstützen und auf ihrem Weg zu begleiten. Sie schildern aus ihrer Perspektive, welche Fähigkeiten Gründende brauchen, mit welchen Herausforderungen sie umgehen müssen und wie sie sie motivieren.

Die Weichen für die berufliche Zukunft werden für viele Studierende an der Hochschule gestellt. Dort entscheiden sie sich, ob sie sich als Absolventinnen und Absolventen ganz der Wissenschaft widmen, in einem Unternehmen bewerben oder selbst eine Firma gründen. Lehrende, Professorinnen und Professoren begleiten junge Menschen auf diesem Weg. Idealerweise ermutigen und unterstützen sie Studierende und junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei, ihre Forschungsergebnisse oder Ideen zu einem marktfähigen Produkt weiterzuentwickeln und in einem eigenen Start-up umzusetzen.

Zu wenige gründen nach der Hochschule ein Start-up

Im vergangenen Jahr veröffentlichte der Stifterverband neue Zahlen. Die in regelmäßigen Abständen publizierte Studie „Gründungsradar“ nimmt das Gründungsgeschehen an Hochschulen genau unter die Lupe. Für das Jahr 2021 melden die befragten Hochschulen insgesamt 2779 Gründungen. Das entspricht etwa 12,8 Gründungen je 10 000 Studierende. Im Erhebungszeitraum 2019 (Gründungsradar 2020) waren es nur etwa 10,5 Gründungen je 10 000 Studierende und 2176 Gründungen insgesamt. Im Jahr 2021 entstanden 1108 der angegebenen Gründungen auf Basis von Wissenschafts- und/oder Technologietransfer, 2019 waren es 984. Im Gründungsradar ist außerdem zu lesen, dass 254 der Gründungen auf Schutzrechten wie zum Beispiel Patenten basieren (2019: 186). Zudem melden die teilnehmenden Hochschulen 10 066 Gründungsvorhaben im Jahre 2021.

Gerade weil angehende Gründerinnen und Gründer Menschen brauchen, die sie ermutigen, den oft schwierigen Weg in die Selbstständigkeit zu wählen, hatte der Investor und Gründer Matthias Hilpert gemeinsam mit Martin Schilling die Idee, mit dem undotierten Preis "Unipreneurs" Professorinnen und Professoren auszuzeichnen, die junge Menschen auf ihrem Weg inspirieren, ihnen über die ersten Hürden hinweghelfen und sie an Netzwerke heranführen. Hilpert erinnert sich nämlich noch gut an einen seiner Professoren aus Studientagen, Prof. Dr. Arnold Picot, bei dem er in den späten 1990er-Jahren an der Ludwig-Maximilians-Universität München Betriebswirtschaft studiert hat. Picot sei eine Inspiration für die Studierenden gewesen und die Gespräche mit dem Professor bestärkten Hilpert darin, ein Start-up zu gründen. Professor Picot war für den BWL-Studenten wie ein Mentor, mit ihm sprach Hilpert über seine Pläne und Picot bestärkte ihn, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Über die Jahre kamen weitere Start-ups dazu und seit 2015 investiert Hilpert in junge Firmen. Gerade weil er weiß, wie wichtig Vorbilder und Mentorinnen an Hochschulen sind, die Studierende und Wissenschaftler auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleiten, entstand die Idee, diese Personen auszuzeichnen, die neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten, ohne dass viele das bemerken. 

Gemeinsam mit einem Team machte sich Hilpert an die Arbeit, schrieb mehr als 5500 Gründerinnen und Gründer an und bat sie um Vorschläge. Aus den rund 700 Vorschlägen wählte eine Jury 20 Personen aus, die im September in Berlin als „Unipreneurs“ ausgezeichnet wurden. Diese 20 Professorinnen und Professoren haben 1200 Start-ups unterstützt – als Mentorin, Beirat oder Investor. Über die Hälfte der Ausgezeichneten haben selbst schon ein Start-up gegründet. Was sie empfehlen, welche Tipps sie geben – hier kommen sie selbst zu Wort. 

Starke Verbündete für Gründerinnen und Gründer

Die Initiative Unipreneurs unterstützen Partnerorganisationen wie der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, der Startup-Verband, Bitkom und Addedval.io. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger, und der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Dr. Robert Habeck, haben gemeinsam die Schirmherrschaft für die Initiative übernommen. Der Preis soll in regelmäßigen Abständen verliehen werden.

Wie emotional Wissenschaft sein kann, zeigen auch die kurzen Videoclips der Gründerinnen und Gründer, die die Laudatio für die Preisträgerinnen und Preisträger sprachen. Auch wenn es kein Preisgeld gab, wirken die Gewinnerinnen und Gewinner doch sehr glücklich, dass ihre Arbeit außerhalb der Hochschule gewürdigt wird. Vielleicht motiviert es auch den ein oder anderen Kollegen, sich mehr um den Wissenstransfer zu bemühen. //

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