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// Editorial //

Ein Hinweis auf dem Cover kündigt es bereits an: Auf das Thema sexuelle Belästigung richten wir in dieser Ausgabe ein besonderes Augenmerk...

... Unter dem Titel „Keine Privatsache“ skizzieren Dr. Iris Koall und Prof. Dr. Michael Tunç, welche verheerende Wirkung sexualisierter Machtmissbrauch auf die Betroffenen hat. Vor allem aber geht unser Gastautorenteam der Frage nach, inwieweit die an Hochschulen vorherrschende Arbeitskultur und tradierte Geschlechterhierarchien sexuelle Gewalt und Sexismus fördern respektive dazu führen, dass nicht entschieden genug gegen sie vorgegangen wird.

Nun mögen Sie denken: Nicht schon wieder und nicht auch noch die DUZ – gerade Hochschulangehörige reagieren auffallend verstört, wenn nicht sogar aggressiv, wenn sie auf die #MeToo-Debatte angesprochen werden. Solange sich die infolge des Weinstein-Skandals vorrangig in den sozialen Netzwerken aufgeregt geführte Debatte auf das „halbseidene“ Hollywood oder die Fußballwelt beschränkte, war die (Wissenschafts-)Welt noch in Ordnung. Doch wehe, man bringt zur Sprache, wie viel (sexualisierte) Gewalt und Machtmissbrauch sich unter der Oberfläche der feinen akademischen Welt abspielen. Dann muss man mit Abwehr, Leugnung oder gar Anfeindungen rechnen. Wir selber können ein Lied davon singen: Als die DUZ im Frühjahr 2019 unter dem Titel „Der Gewalt auf der Spur“ einen längeren Bericht zu dieser ­Thematik veröffentlichte (siehe DUZ – Magazin für Wissenschaft und Gesellschaft 02/2019, ab Seite 18), wurde uns vorgehalten, dass wir mit unserer Berichterstattung pauschal männliche Wissenschaftler diskreditieren würden. Es gab beleidigte Reaktionen, weil „Mann“ sich zu Unrecht mit denjenigen in eine Reihe gestellt sah, die ihre Machtstellung mit sexuellen Übergriffen gegenüber Mitarbeiterinnen oder/und Studentinnen ausnutzten. Interessant daran auch: Auf die Opfer und das ihnen zugefügte Leid wurde dabei gar nicht eingegangen. Vielmehr ging es darum, auf die eigene weiße Weste zu verweisen und das Phänomen auf unglückliche Einzelfälle herunterzuspielen. Eine Beobachtung, die auch Iris Koall und Michael Tunç gemacht haben: „Vielfach gibt es in Hochschulen die Tendenz, Probleme durch sexualisierte Belästigung oder Gewalt zu verleugnen oder als normal gegeben hinzunehmen und nicht ausreichend anzugehen.“

Doch wie können Hochschulverantwortliche wirksam vorbeugen und Abhilfe schaffen und alle Hochschulangehörigen für dieses immer noch stark tabuisierte Thema sensibilisieren? Dazu unterbreiten Iris Koall, Supervisorin und Trainerin im Hochschulbereich, und Professor Michael Tunç vom Department Soziale Arbeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg einige Ansatzpunkte, die Sie ab Seite 38 nachlesen können. Diskutieren Sie mit und lassen Sie uns Ihre Meinung dazu wissen (an: a.fritsche@duz-medienhaus.de). Wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungen und Einschätzungen.

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