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// Editorial: Vorreiter //

Es ist lange her, dass ein neues Jahr so viele Erwartungen geschürt hat, wie das gerade begonnene. Wir alle hoffen inständig, dass 2021 besser wird als 2020....

... Dass die Angst, die uns tief in den Knochen steckt und uns lähmt, schon bald überwunden wird und an ihre Stelle Zuversicht und Tatendrang treten. Unsere Hoffnungen stützen sich dabei vor allem auf eines: die Exzellenz und Unermüdlichkeit unserer Forscherinnen und Forscher, wie die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin. Viele Jahre lang widmeten sie sich der Entwicklung einer neuen Krebs-Therapie – mit dem Anspruch, Forschungsergebnisse effektiver in Produkte umzusetzen, um Patienten schneller zu helfen. Dafür wagten sie sogar den Schritt ins Unternehmertum und fanden am Ende den Corona-Impfstoff – und nun auch, wie es scheint, einen Impfstoff gegen Autoimmunerkrankungen wie der Multiplen Sklerose.

Es dürfte bisher einmalig in der Menschheitsgeschichte sein, dass unser Überleben und unser aller Zukunft so sehr und so offensichtlich am goldenen Faden der Forschung hängen. Wir, die wir uns schon von Berufs wegen mit der Wissenschaft befassen, wissen um ihre Bedeutung für unser Wohlergehen und unseren Fortschritt, für den Erhalt unserer Demokratie und unsere Zukunftsfähigkeit. Doch erst die Pandemie und die Schrecken, die diese global verbreitet, haben es geschafft, die breite Öffentlichkeit mehr für Forschung zu interessieren und sie von ihrer Notwendigkeit zu überzeugen – wenn auch nur deshalb, weil Krankheit und Tod so viel näher gerückt sind. So viel ist klar: Niemand ist vor dem Covid-Virus gefeit, zu unserer Rettung bedarf es wirksamer Impfstoffe aus den Forschungslaboren und ergänzend dazu von der Politik intelligent verordneter und gemanagter Schutzmaßnahmen sowie der Disziplin und Soldidarität der Bevölkerung. Neben ein paar verwirrten Corona-Leugnern, die sich wissenschaftsfeindlich geben, scheint das Gros der Deutschen langsam Vertrauen in die Wissenschaft zu entwickeln. So steigt laut ZDF-Politbarometer die Impfbereitschaft: mittlerweile wollen sich zwei Drittel der Bevölkerung (67 Prozent) impfen lassen. Ende November sei es nur die Hälfte gewesen (51 Prozent).

Der Vertauensgewinn hat auch damit zu tun, dass die Wissenschaft und ihre Protagonisten seit Ausbruch der Pandemie viel präsenter geworden sind und viel intensiver mit der Öffentlichkeit kommunizieren. Man könnte sagen: die Wissenschaftskommunikation hat derzeit Hochkonjunktur und erreicht ein millionenstarkes Laienpublikum. Allerdings sollte sie sich nicht auf diesem unverhofften Auftrieb ausruhen, wie der Wissenschaftsjournalist und Forscher in Personalunion Harald Lesch anmahnt. Neben ihm stellen wir in dieser Ausgabe vor (ab Seite 16): Ursula M. Staudinger, Uwe Schneidewind, Angela Dorn und Carla Reetsma. Sie alle zeichnen sich dadurch aus, dass sie Vorreiter sind und Neues wagen. Etwas, was wir alle unbedingt brauchen, um nach vorne zu blicken.

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