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„Solidarisiert euch!“

Das Berufsbild von Sekretärinnen hat sich stark gewandelt, Arbeitsbedingungen und Bezahlung sind aber gleich geblieben. Alexandra Kühnen von der Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (bukof) will den Entwicklungsrückstand aufholen und fordert Solidarität auch von den Lehrenden und der Hochschulverwaltung.

„Es muss sich etwas ändern“, sagt Alexandra Kühnen von der Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (bukof). Sie ist dort Sprecherin der Kommission „Mitarbeiterinnen in Technik und Verwaltung“ und engagiert sich im Rahmen der Mitte September gestarteten Kampagne „Fairnetzt Euch“.

Wie hat sich die Arbeit von Hochschulsekretärinnen geändert?

In den letzten Jahren gab es an Hochschulen in Bezug auf Inhalte und Strukturen eine Veränderungsdynamik, von der Sekretariatsarbeitsplätze in besonderer Weise betroffen sind. Aufgabenvielfalt und Arbeitskomplexität von Sekretärinnen sind enorm gestiegen, etwa im Zuge der Digitalisierung. Zudem sorgen die Sekretärinnen in den Fachbereichen für reibungslose Abläufe und halten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern den Rücken für Forschung und Lehre frei. Welche Aufgaben dazugehören, zeigen wir beispielhaft in den Social-Media-Beiträgen der Kampagne.

Dieser Wandel der Aufgaben hat nicht zu einer Aufwertung des Berufsbildes und zu einer höheren tariflichen Eingruppierung geführt. Warum nicht?
Das liegt daran, dass sämtliche Tätigkeiten von der Hochschulumwelt wie selbstverständlich erwartet werden. Die Leistungen und dafür notwendigen Kompetenzen sind kaum sichtbar und werden entsprechend nicht vergütet. Gleichzeitig folgt die komplexe Eingruppierungspraxis in der Verwaltung einer anderen Logik als die in der Wissenschaft. Und ganz wesentlich ist: Hochschulsekretärinnen haben keine Lobby.

Was soll die Kampagne „Fairnetzt Euch“ ändern?
Wir fordern die Neudefinition des Berufsbildes – weg von der Sekretärin hin zur Büromanagerin/Sachbearbeiterin. Die Arbeit dieser Beschäftigten ist wertvoll, das muss anerkannt werden. Wir fordern, dass sie endlich angemessen bezahlt werden. An ihrer niedrigen Eingruppierung hat sich seit Jahrzehnten nichts geändert.

Wen wollen Sie vor allem erreichen?
Zuallererst fordern wir die Hochschulleitungen auf, dass sie die vorhandenen Spielräume in der Entgeltordnung besser als bisher nutzen. Außerdem möchten wir Führungskräfte aus der Verwaltung, Professorinnen und Wissenschaftler motivieren, sich mit Hochschulsekretärinnen zu solidarisieren und sie bei dem Vorhaben zu unterstützen.

Zur Person

Alexandra Kühnen ist stellv. Gleichstellungsbeauftragte der Universität Bielefeld und Sprecherin der Kommission Mitarbeiterinnen in Technik und Verwaltung (MTV) bei der Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (bukof).

Foto: Gregor Herse​​​

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