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Ein Werkzeugkasten für die Internationalisierung

Viele Hochschulen setzen auf Internationalisierung. Doch oft tun sie etwas, ohne zu wissen, ob das zu einem guten Ziel führt. Eine Instrumentenkiste hilft jetzt dabei, sich selbst zu beobachten.

Brüssel/Gütersloh Die meisten Universitäten und Fachhochschulen stecken viel Energie in ihre internationale Leuchtkraft. Für Hochschulleitungen ist das mindestens ein Teil, oft sogar der Kern ihrer Strategie. Um sich auf die Schulter zu klopfen, verweisen Präsidenten und Rektoren gern auf ihre Kooperationen mit Universitäten im Ausland. „Doch die reine Anzahl an Kontakten sagt nichts darüber aus, welche Ergebnisse diese Partnerschaften erzielen“, meint Uwe Brandenburg. Die Sache ist viel komplexer, weil es sehr unterschiedliche Indikatoren gibt, die man messen kann.
Brandenburg leitet beim Gütersloher Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) das Projekt Indicators for mapping and profiling Internationalisation (Impi). Dahinter verbirgt sich eine Werkzeugkiste, die Impi-Toolbox, mit der Hochschulen ihre Strategien und Maßnahmen in Sachen Internationalisierung erstellen, überprüfen und mit anderen Unis vergleichen können.

Die EU-Kommission förderte das Projekt seit 2009 mit knapp 300 000 Euro. Das CHE war Koordinator. Rund 40 europäische Hochschulen machten beim Testlauf mit. Im Mai wurde das Projekt auf einer Konferenz des Dachverbandes Academic Cooperation Association (ACA) in Brüssel vorgestellt. Es steht nun auf eigenen Füßen. Mittlerweile haben sich fast 400 Nutzer auf der Webseite kostenlos angemeldet.

Die Impi-Toolbox funktioniert wie der Informationsschalter in einem Baumarkt. Man will etwas bauen, hat eine Idee, aber keinen Überblick über die möglichen Werkzeuge und Materialien. Man muss also jemanden fragen. Rat brauchen oft auch Uni-Mitarbeiter, die eine Strategie für Internationalisierung verfolgen, sie umsetzen oder überprüfen – also Vizepräsidenten, Dekane, Leiter Akademischer Auslandsämter oder auch Controller. Vor allem letztere brauchen für ihre Arbeit Indikatoren, um das Zusammenspiel zwischen Zielvereinbarungen und leistungsorientierter Mittelvergabe in der Hochschule zu steuern, zu prüfen und abzurechnen.

„Internationalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein Instrument, das Geld kostet“, sagt Brandenburg. Deshalb sollten sich Hochschulen sehr klar darüber sein, was sie eigentlich damit erreichen wollen. Dass das oft nicht der Fall ist, habe das Impi-Projekt gezeigt, sagt Brandenburg. Deutlich wurde auch, dass manche Hochschulen Maßnahmen wählten, mit denen das gesetzte Ziel von vornherein nicht zu erreichen war. Die Impi-Toolbox soll dabei helfen, Internationalisierung steuerbar zu machen. Denn es gibt zu viele Indikatoren, die man heranziehen kann, zum Beispiel der Anteil ausländischer Studenten, Doktoranden oder Professoren, das Budget für Internationalisierung, gemeinsame Abschlüsse mit ausländischen Unis oder der Anteil englischsprachiger Studiengänge.

Wie in einem Baumarkt schaut man sich auf der Impi-Webseite einmal um. Man wählt sich eine Strategie aus. Zum Beispiel, wenn man seine Studenten fit für eine Karriere im Ausland machen will. Anschließend sieht man, welche Indikatoren es dafür gibt, welche von anderen Hochschulen überhaupt genutzt und welche am meisten eingesetzt wurden. Darüber hinaus sieht man, ob Maßnahmen geholfen haben oder nicht. Das Ergebnis wird in einer Excel-Tabelle zusammengefasst, die man als E-Mail-Anhang in der Hochschule weiterleiten kann. Ein Vizepräsident für Internationales könnte also ein Maßnahmen-Paket über die Impi-Toolbox zusammenstellen, mit dem er ein campusübergreifendes Ziel erreichen will. Er schickt es einem Dekan, der sich daraus Indikatoren heraussucht, mit denen seine Fakultät dabei helfen kann, das große Ziel zu erreichen.

Internet: www.impi-project.eu

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