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Im Austausch mit Belarus

Erst Corona, dann politische Spannungen mit der EU: Deutsche Hochschulen haben Projekte mit Einrichtungen in der einstigen Sowjetrepublik erst einmal verschoben

Wegen der Corona-Pandemie mussten deutsche Hochschulen im vergangenen Sommersemester den Austausch mit ihren Partnern in Belarus auf Eis legen. Dann kamen politische Spannungen dazu: der Wahlsieg von Präsident Alexander Lukaschenko am 9. August, den die Europäische Union nicht akzeptieren will. Wegen der Polizeigewalt gegen Oppositionelle hatten sich die EU-Außenminister für Sanktionen gegen Unterstützer Lukaschenkos ausgesprochen. Beschlüsse, die Hochschulkooperationen betreffen, gab es bis zum DUZ-Redaktionsschluss aber nicht. Wissenschaftlicher Austausch kann fortgesetzt werden – unter Berücksichtigung der Mobilitätseinschränkungen durch Corona.

Unterdessen hat die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) mit Vertretern der deutschen Wissenschaft am 11. September zur Lage an den Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen in Belarus eine Erklärung veröffentlicht: „Seit Beginn des Wintersemesters am 1. September gehen die Staatsorgane auch an den Hochschulen ... gegen Studierende, Dozentinnen und Dozenten vor, die sich für ein Ende der Gewalt und für Neuwahlen ... aussprechen“, erklären die Unterzeichner und fordern „... das sofortige Ende der Gewalt gegen alle Angehörigen der Universitäten und anderer wissenschaftlicher Einrichtungen und die sofortige Freilassung aller willkürlich und ohne Rechtsgrundlage verhafteten Personen.“ Zu den Unterzeichnern gehören Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung und der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz Prof. Dr. Peter-André Alt.

Elf deutsche Hochschulen kooperieren laut Deutschem Akademischen Austauschdienst mit Hochschulen in Belarus. Dazu gehören die Uni Jena, die Humboldt-Uni zu Berlin, die Uni Tübingen, die Hochschule Emden/Leer und die Uni Gießen. „Nach dem coronabedingten Stopp im Sommersemester kommen zum Wintersemester wieder Studierende aus Weißrussland zu uns“, erklärt Stefanie Waterstradt vom Internationalen Büro der Uni Jena auf DUZ-Anfrage. Die Hochschule Emden/Leer bietet Studierenden aus Belarus seit Ende März die Teilnahme an Online-Seminaren an, berichtet Sprecherin Katrin Hellwig. „Die Uni Tübingen hat Partnerunis in Minsk, Mogilev, Gomel, Grodno und Polozk“, erklärt Projektkoordinator Dr. Antonino Spinelli. Die zum Sommersemester geplanten Besuche seien verschoben worden. Zum nächsten Sommersemester werde man hoffentlich wieder Gäste aus Belarus aufnehmen können. 


mko / DUZ Redaktion

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