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Die Zeit ist reif für transformatives Wissenschaftsmanagement

Es ist soweit: Für Verdienste in der transformativen Wissenschaft wurde das Bundesverdienstkreuz verliehen. Wann folgt diese Auszeichnung für eine Persönlichkeit, die in diesem Sinne Management an Hochschulen betreibt?

Dieser Artikel ist in DUZ Wissenschaft und Management in der Rubrik "Reflexionszeit" erschienen und Teil der Online-Reihe "Weiterdenken & Diskutieren" auf DUZ Wissenschaftskarriere.

Klimawandel und Nachhaltigkeit gehören zu den entscheidenden Themen für die Zukunft. Die Nachhaltigkeitsforschung leistet hierzu einen enormen Beitrag“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, als sie Mitte Juli das Bundesverdienstkreuz an einen der führenden Nachhaltigkeitsforscher Deutschlands verlieh. Der ausgezeichnete Prof. Dr. Uwe Schneidewind habe einen großen Beitrag geleistet, dass der Wandel hin zu einer klimagerechten und ressourcenschonenden Welt gelingen könne. Und eine ganze Generation von Forschenden in der transformativen Wissenschaft geprägt, so die Ministerin.

Über diese Auszeichnung freue ich mich sehr. Für den Ausgezeichneten. Und für alle, die sich für eine Transformation der Gesellschaft hin zu „for Future“ einsetzen. Uwe Schneidewind ist einer der prominenten Repräsentanten dieser Bewegung, weshalb diese Ehrung alle beflügelt, die Teil der Bewegung sind. Diese Auszeichnung ist auch wichtig, weil das Konzept einer transformativen Wissenschaft nicht unumstritten ist. Immerhin geht es hier um einen teilweisen Paradigmenwechsel: In der transformativen Wissenschaft werden gesellschaftliche Veränderungsprozesse nicht mehr nur beobachtet, beschrieben und Lösungen angeboten. Die Forschenden stoßen Veränderungen selbst aktiv an, und ja, fordern sie auch ein.

Ein lange währender Diskurs spitzt sich hier zu: Wie viel Verantwortung für gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche Prozesse soll Wissenschaft übernehmen? Wie viel Verantwortung trägt Wissenschaft für die Verwertung ihrer Forschungsergebnisse? In Zeiten wie diesen, in denen die menschengemachte Erderwärmung und der Verlust der Biodiversität unser aller Lebensraum bedrohen, halte ich persönlich transformative Wissenschaft für unverzichtbar.

Gute Wissenschaft habe für ihn eine belebende Funktion für die Demokratie, sagte Uwe Schneidewind nach der Ehrung. Er selbst war bis vor kurzem Wissenschaftsmanager: Professor, Dekan, Universitätspräsident in Oldenburg und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts.

Wenn es transformative Wissenschaft gibt und immer mehr Transformationsforschende – inwiefern braucht es dafür ein Wissenschaftsmanagement, das mitzieht und selbst transformativ wird? Ich finde: Die Zeit ist reif für Wissenschaftsmanagement, das sich um diese Funktion bewusst erweitert. Wissenschaftsmanagement ist grundsätzlich dafür da, Forschung und Lehre zu ermöglichen und zu entlasten. Dies nicht im luftleeren Raum, sondern immer im gesellschaftlichen Kontext. Und wenn Wissenschaft sich entschlossener aufmacht, Gesellschaft zu transformieren, dann sollte Wissenschaftsmanagement dies auch tun und der transformativen Wissenschaft zur Seite stehen. Auf das erste Bundesverdienstkreuz für einen #SciencemanagerForFuture, für eine Wissenschaftsmanagerin, die sich als transformativ begreift, freue ich mich schon.

DR. UTE SYMANSKI gründete 2009 Hochschulcoaching, ist Hochschulberaterin und Coach mit 20 Jahren Erfahrung im Wissenschaftsmanagement. Sie arbeitet mit Führungspersönlichkeiten im Wissenschaftssystem.

www.hochschulcoaching.de

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