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// Die Diskursfreudige //

EDITORIAL: Humor ist, wenn man trotzdem lacht und den Kopf trotz vieler Unwägbarkeiten nicht in den Sand steckt. Eine, die das offensichtlich beherrscht, ist Birgitt Riegraf, seit April 2018 Präsidentin der Universität Paderborn. ...

... Im Gespräch mit unserem Autor Rainer Dettmar (ab Seite 10) antwortete sie auf die Frage, wo sie die letzten Monate verbracht habe: „In der Kachelwelt. Ich habe in unzähligen Videokonferenzen mit den anderen Verantwortlichen den Notbetrieb organisiert, meist vom Uni-Büro aus.“ Die Antwort zeigt: Die Wissenschafts- und Hochschulforscherin kann nichts so leicht aus der Fassung bringen, auch nicht die Corona-Pandemie. Voraussetzung dafür, dass Hochschulen solche Krisen gut in den Griff bekommen, ist für die Hochschulpräsidentin ein professionelles Management. Davon profitieren aus ihrer Sicht auch die Forschenden: „Wissenschaft braucht Management, weil die Arbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mithilfe professionell organisierter Rahmenbedingungen noch besser gelingen kann.“ Sie weiß aber aus eigenem Erleben, dass die Uhren an vielen Hochschulen oftmals noch einen Tick langsamer laufen als in der Welt da draußen. Zum Beispiel bei der Akzeptanz von Frauen in der obersten Etage. So ist Birgitt Riegraf „immer wieder verblüfft, wie viele Vorbehalte es nach wie vor gegenüber weiblichen Hochschulleitungen gibt“ – wir schließen uns dieser Reaktion an.

Gründe zur Verblüffung, wenn nicht gar zum Unverständnis, bietet das Handeln von Akteuren und Akteurinnen aus Wissenschaftsorganisationen immer wieder. Nehmen wir nur als jüngstes Beispiel die Irritationen, die die misslungene Krisenkommunikation der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen ihrer Jubiläumskampagne „Für das Wissen entscheiden“ auslöste (siehe auch DUZ Magazin 08/20, Editorial). Der unglückliche Umgang mit dem Beitrag des Kabarettisten Dieter Nuhr zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, dass Wissenschaftseinrichtungen über den Tellerrand schauen und fähig sind, von anderen zu lernen. Man könnte dies auch als Bereitschaft zur Professionalisierung bezeichnen.

Ein vorbildhaftes Projekt, das den Erfahrungsaustausch und damit auch ein Stück weit die Professionalisierung in den Hochschulen unterstützt, ist der von der DFG ausgelobte Wettbewerb „Internationales Forschungsmarketing“. Lesen Sie in unserem Schwerpunkt ab Seite 16, mit welchen kreativen Ideen die acht Preisträgerhochschulen in der letzten Wettbewerbsrunde die Jury von sich überzeugen konnten. Und ebenfalls beachtenswert: Die neue Diversitätsstrategie der Technischen Universität Berlin. „Sie zielt darauf ab, Barrieren innerhalb der Organisation, welche Ausschlüsse und Diskriminierungen produzieren können, zu identifizieren und konsequent abzubauen“, wie die Autorinnen Angela Ittel und Isabel Teusch in ihrem Beitrag (ab Seite 50) herausstellen. Wie nötig das ist – davon zeugen nicht zuletzt auch die Erfahrungen von Birgitt Riegraf, wobei das „Frauenthema“ nur eines unter vielen ist. Diejenigen, die für das Wissenschaftsmanagement zuständig sind, haben also auch angesichts dieser Thematik noch alle Hände voll zu tun. //

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