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// Editorial: Der Vorreiter //

Wer in den USA Forschungsmittel akquirieren möchte, muss immer eine Geschichte erzählen können, die erklärt, warum man das Vorhaben in Angriff nehmen möchte: Das war kürzlich ...

… im Radio von der Nanophysikerin Prof. Dr. Stephanie Reich zu hören. „In Amerika muss Forschung immer verkaufbar sein“, sagte sie. Dieser Umstand unter anderem habe sie bewogen, dem Massachussetts Institute of Technology (MIT) den Rücken zu kehren und einen Ruf an die FU Berlin anzunehmen: Sie wolle frei und kreativ arbeiten und sich auch dann mit einem Problem beschäftigen können, wenn sie noch keine Geschichte dazu habe, sondern nur ein Gefühl, es könne Großes in der Sache stecken.

Man könnte meinen, Stephanie Reich hätte Pate gestanden für den Beitrag unseres THEMAs in dieser Ausgabe von Dr. André Lottmann, Leiter der Wissenschaftsförderung in der Stiftung Charité, zum Wissenschaftsmanagement (ab Seite 16). Denn sie konnte auch noch erzählen, wie sie vor ihrem Aufenthalt am MIT in Deutschland gescheitert war, als sie versuchte, eine Nachwuchsgruppe aufzubauen. Ihr Lebenslauf demonstriert – inklusive Happy End – plastisch, was Lottmann beschreibt, nämlich, wie wichtig professionelles Wissenschaftsmanagement für die Zukunft des deutschen Wissenschaftssystems ist – vom Transfer über die Öffnung und Kommunikation in die Gesellschaft, über Qualitätsmanagement und Digitalisierung bis zum Personalmanagement.

Denn damit Wissenschaftler auch in Zukunft frei und kreativ forschen können, müssen sie den Rücken frei haben. Umso mehr, wenn der Druck auf die Wissenschaft steigt. Es ist ja nicht so, dass alle Teile der Gesellschaft hinter der Freiheit der Wissenschaft stehen. Ob Zweifel oder Rettungswunsch: Wie unter einem Brennglas konnte man in der Corona-Krise sehen, vor welchen Herausforderungen allein die Wissenschaftskommunikation steht, was Digitalisierung bedeutet, wenn man sie ernst nimmt (beziehungsweise ernst nehmen muss), und welche Erwartungen es an die Wissenschaft gibt, wenn es um den Transfer von Forschungsergebnissen geht.

Vor diesem Hintergrund des Großen und Ganzen lohnt sich einmal mehr der Blick auf das, was die Wissenschaftsmanager von heute und morgen vor Ort in ihrem Alltag beschäftigt. Etwa in Köln mit der Promovierendenerfassung das Hochschulprofil zu schärfen (ab Seite 42). Oder Hochschulkooperationen zu gestalten – in dieser Ausgabe lesen Sie ab Seite 34 den letzten Teil unserer Serie dazu, es geht um die Evaluation. Und wenn Sie alles wieder zusammenfügen möchten, folgen Sie unserem „Sprechen wir über Management“-Gespräch mit Prof. Dr. Christian Thomsen, dem Präsidenten der TU Berlin (ab Seite  10). Wo, wenn nicht in einer Hochschulleitung, fließt alles wieder zusammen.

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