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// Editorial: Der Ideengeber //

Wer die medial mit höchster Aggressivität ausgetragenen Schlammschlachten um Corona-Studien, Prognosen von Virologen und empfohlene Schutzmaßnahmen verfolgt und ...

... sich über deren Auswirkungen auf die Bevölkerung Gedanken macht, fragt sich unwillkürlich: Wo bleibt der gesunde Menschenverstand? Was ist aus dem Anspruch geworden, dass sich die Deutschen – dieses viel gerühmte Volk der Dichter und Denker – ihres eigenen Verstandes bedienen und sachlich abwägen, was gut oder schlecht für sie und andere ist? Wobei der Blick auf die anderen, das Gebot der Fürsorge und Rücksicht, zunehmend in den Hintergrund zu geraten droht. Das spiegelt sich darin wider, dass diejenigen, die vor einem allzu laxen Umgang mit dem immer noch unbekannten Feind Corona warnen, ausgelacht, angefeindet und bedroht werden. Und sowieso scheint die „antisoziale“ Einstellung verbreitet zu sein, dass man selber doch gar nicht gefährdet ist, weil man jung und/oder gesund und/oder gänzlich frei ist von ... 

Aber zurück zur Ausgangsfrage: Was ist schiefgelaufen bei uns, dass eigenständiges Denken und das Hinterfragen von (populistischen) Meinungen oder von Lobbygruppen manipulierten Informationskampagnen nicht mehr als Tugenden gelten, sondern als lästig und suspekt geächtet werden? Kommt uns die Fähigkeit zu kritischer Reflexion zunehmend abhanden? Eine These wäre: Unser Bildungssystem, das immer mehr auf Output statt auf Reflexion setzt, das wenig Zeit zum Innehalten lässt und bei dem das Denkenlernen kein herausgehobenes Ziel mehr ist, hat diese Schieflage mit verursacht. Das zeigt sich auch darin, dass die kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit anderen, einem selber widerstrebenden Ideen, Ansichten und Erfahrungen immer mehr einer zugleich wissenschafts- und demokratiefeindlichen Political Correctness weichen muss, leider auch im akademischen Umfeld. Was können die Hochschulen, die eine besondere Verantwortung haben, das Denken zur Kür zu machen und forschende Geister heranzuziehen, tun, um dies bei ihrem Nachwuchs anzuregen und auszubilden? Interessante Antworten darauf bietet die Universität Hohenheim mit ihrem Memorandum zum Forschenden Lernen (ab Seite 16). Eine Erkenntnis sei an dieser Stelle schon mal vorweggenommen: Für ein erfolgreiches Agieren ist „eine geeignete Balance zwischen Freiheit und Strukturierung“ elementar.

Zum Schluss möchte ich Ihr Augenmerk noch auf unser neues Format „Im Gespräch“ (ab Seite 10) lenken. Dort laden wir Hochschulleiterinnen und -leiter aus allen Bundesländern dazu ein, uns einen Blick über die Schulter zu gewähren, über die Herausforderungen und Aufgaben zu sprechen, die mit ihrem Amt verbunden sind – und über ihre besonderen Fähigkeiten, die sie dafür mitbringen. Den Auftakt zu „Sprechen wir über Management“ macht Professor Oliver Günther, der seit 2012 die Universität Potsdam mit seinen Ideen und Initiativen als Präsident auf Kurs hält und voranbringt.

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