DUZ AKTUELL

POLITIK & GESELLSCHAFT

FORSCHUNG & INNOVATION

STUDIUM & LEHRE

KOMMUNIKATION & TRANSPARENZ

ARBEIT & PSYCHOLOGIE

WISSENSCHAFT & MANAGEMENT

 Login

Diversität würdigen

Erst wenn Sie ein interdisziplinäres Projekt gemeistert und die Regeln beherrschen gelernt haben, spielen Sie in der Königsklasse des Wissenschaftsmanagements.

Dieser Artikel ist in DUZ Wissenschaft und Management in der Rubrik "Reflexionszeit" erschienen und Teil der Online-Reihe "Ratgeber" auf DUZ Wissenschaftskarriere.

Der Gedanke der Interdisziplinarität ist in der Forschung stark ausgeprägt. Förderrichtlinien fordern diesen Aspekt ein und er ist ein relevanter Posten bei der Begutachtung von Forschungsprojekten. Die Vorteile von interdisziplinären Projekten liegen auch auf der Hand: Es wird ein Mehrwert geschaffen, wenn man sich einem Thema mit unterschiedlichen Perspektiven nähert. Aber Interdisziplinarität ist kein Selbstzweck und schon gar kein Selbstläufer. Meist ist das Arbeiten in interdisziplinären Teams sehr zeit- und auch kostenaufwendig. Koordination und Austausch sind notwendig, um unterschiedliche Fachkenntnisse gewinnbringend zu kombinieren. Dazu reicht es nicht aus, alle an einen Tisch zu bringen. Wissenschaftler am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg widmen sich dem jungen Forschungsfeld „Interdisziplinare Kompetenz“. Sie thematisieren, wie Interdisziplinarität besser funktionieren kann und welche Kompetenzen benötigt werden, um erfolgreich zusammenzuarbeiten.

Die Forscherinnen und Forscher stellen sich auch die Frage, inwiefern sich Aspekte der interkulturellen Kompetenz auf die interdisziplinäre Kompetenz übertragen lassen. Ein naheliegender Ansatz, denn auch interkulturelle Themen stehen unter dem Generalverdacht, dass man das schon irgendwie kann, obwohl den allermeisten von uns mehr Beispiele einfallen, die zeigen, dass Interkulturalität keine Selbstverständlichkeit ist. Auf der Seite des Instituts werden unter anderen drei Begriffe genannt, die die beiden Bereiche als Voraussetzung verbinden: Perspektivenübernahme, Reflexionsfähigkeit und Würdigung von Diversität.

Um der starken Nachfrage nach Interdisziplinarität erfolgreich nachzukommen und um sich entsprechendes Frustpotenzial zu ersparen, wird es zukünftig wichtig sein, sich den entsprechenden Kompetenzen zu widmen, diese zu schulen und zu thematisieren. Interdisziplinarität wird damit in der Zusammenarbeit aufwendig bleiben, aber der geschaffene Mehrwert wird die Mühen lohnen. Warum? Weil Interdisziplinarität aus einem modernen Wissenschaftsmanagement nicht mehr wegzudenken ist. Sie ist überall: Effektives Qualitätsmanagement muss interdisziplinär gedacht werden, gleiches gilt für Evaluationen, Audits, Akkreditierungen, Studiengange und Forschungsantrage. Daher darf die Frage hier nicht lauten: Brauchen wir das oder kann das weg? Sondern: Wie setzen wir ein interdisziplinäres Projekt von Anfang an richtig auf? Genau: mit den nötigen Kompetenzen und Ressourcen.

Um noch einmal auf die eingangs formulierte Challenge zurückzukommen. Unser Tipp: Suchen Sie sich einen sensiblen und geduldigen Koordinator. Wenn Sie das Projekt erfolgreich umgesetzt haben und am Ende alle weiterhin kollegial miteinander verbunden sind, dann haben Sie im Wissenschaftsmanagement wirklich alles erreicht und erlebt.

DR. ELISABETH HOLUSCHA ist Hochschulberaterin und Strategiecoach mit 20 Jahren Erfahrung im Wissenschaftsmanagement. Hochschulcoaching – Beratung für Hochschulentwicklung

www.hochschulcoaching.de

Login

Der Beitragsinhalt ist nur für Abonnenten zugänglich.
Bitte loggen Sie sich ein:
 

Logout

Möchten Sie sich abmelden?

Abo nicht ausreichend

Ihr Abonnement berechtigt Sie nur zum Aufrufen der folgenden Produkt-Inhalte: