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Nie mehr ohne Videobotschaft

In der Coronakrise wenden sich viele Präsidentinnen und Rektoren mit Videobotschaften an ihre Hochschulen. Sie bleiben sichtbar, hörbar. Ein Plädoyer für Videobotschaften, auch nach Corona

Dieser Artikel ist in DUZ Wissenschaft und Management in der Rubrik "Reflexionszeit" erschienen und Teil der Online-Reihe "Ratgeber" auf DUZ Wissenschaftskarriere.

In diesen Corona-Zeiten passieren erstaunliche Dinge in einer erstaunlichen Geschwindigkeit. Corona ist ein wahrer Katalysator für manche Entwicklungen an Hochschulen, von denen wir glaubten, sie würden Jahre dauern. Es ist ein Luxus, den wir in den reichen und privilegierten Staaten haben: auch vereinzelt Gutes in der Pandemie-Krise sehen zu dürfen.

Hätten Sie gedacht, dass der Lehrbetrieb an den Hochschulen binnen weniger Wochen auf online umgestellt werden könnte? Oder dass der Großteil der Beschäftigten in Wissenschaft und Verwaltung über Nacht im Homeoffice arbeitet? Was mein Herz als Führungskräftecoach auch ein wenig schneller schlagen lässt, das sind die vielen Videobotschaften, mit denen sich Rektorinnen und Präsidenten derzeit an ihre Hochschulen wenden. Sie tun das, weil sie Führungskräfte sind. Sie tun das, um die Verbindung aller mit der Hochschule zu stärken. Sie sprechen gegen die Isolation, die viele verspüren, weil sie nicht ins Labor gehen können, nicht ins Büro oder in den Hörsaal. Die Rektoren und Präsidentinnen erzählen, wie es ihnen als Hochschulleitung aktuell geht, worum sie sich besonders kümmern, wie sie die Hochschule wahrnehmen. Sie ermutigen und sprechen Wertschätzung und Dank aus. Sie bleiben sichtbar. Das geht gerade tatsächlich nur per Video.

Spannend finde ich zu sehen, wem was besonders wichtig ist. Prof. Dr. Ada Pellert, Rektorin der Fernuniversität in Hagen, bringt auf den Punkt, worauf es ihr gerade besonders ankommt: „Zusammenhalt und Solidarität sind in Zeiten der Coronakrise für die Fernuniversität in Hagen unverzichtbar. Und Geduld. (...) Verlieren Sie im Studium und im Alltag nicht den Mut. Und bleiben Sie gesund.“ Sehr gelungen finde ich, wie Dr. Muriel Helbig, Präsidentin der Technischen Hochschule Lübeck, den Ungeduldigen – die es sicher überall gibt – einen sanften Schubs gibt: „Manchem von uns mag das nicht schnell genug gehen. Und es steht wirklich jedem frei, das Glas halb leer zu sehen. (...) Ich persönlich finde das wirklich herausragend, was wir hier innerhalb weniger Tage und ohne zusätzliche Ressourcen auf die Beine gestellt haben. (...) Vielen vielen Dank dafür.“ Mein drittes Highlight ist definitiv Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er schlägt den Bogen zum Kampf gegen die Klimaerhitzung. Und er zeigt sich als #SciencemanagerForFuture: „In Zeiten wie diesen sind wir besonders auf generationenübergreifende Solidarität angewiesen. Wenn wir heute von den Jüngeren Solidarität einfordern, mit den durch das Virus besonders gefährdeten Älteren, dann sollten wir Älteren uns bei der nächsten Diskussion über den Klimawandel daran erinnern. Und entsprechend handeln.“

Übrigens finde ich, dass Videobotschaften nicht den Präsidentinnen oder Rektoren vorbehalten sind. Kanzlerinnen könnten sich an ihre Verwaltungen richten. Dekaninnen an Fakultäten, Sprecher von Forschungsclustern an womöglich weit gestreute Forschungsteams. Und warum nicht als Präsidentin und als Kanzler gemeinsam eine Videobotschaft sprechen? Natürlich mit #physicaldistancing. Für den Zusammenhalt, für die Pflege der Kooperationskultur, sind Videobotschaften gerade einfach klasse. Und eins der guten Dinge, die wir gerne behalten könnten.

DR. UTE SYMANSKI gründete 2009 Hochschulcoaching, ist Beraterin und Coach mit 20 Jahren Erfahrung im Wissenschaftsmanagement. Sie arbeitet mit Führungspersönlichkeiten im Wissenschaftssystem
https://www.hochschulcoaching.de/

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