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Kommunikator gefragt

Interview: Helga Nowottny saß in dem Gremium, dass den neuen Präsidenten des Europäischen Forschungsrates vorgeschlagen hat.

Helga Nowottny saß in dem Gremium, dass den neuen Präsidenten des Europäischen Forschungsrates vorgeschlagen hat. Im Interview spricht sie über die Kandidatensuche.

Frau Prof. Dr. Nowotny, Sie sind Wissenschaftsforscherin und waren Präsidentin des Europäischen Forschungsrates (ERC) von 2010 bis 2013. Nun saßen Sie in dem Findungsgremium, das der EU-Kommission Kandidaten für einen neuen ERC-Präsidenten vorgeschlagen hat. Nach wem haben Sie gesucht?

Wir hatten ein bestimmtes Anforderungsprofil: Die Kandidaten sollten international bekannte und geachtete wissenschaftliche Persönlichkeiten sowie innovative Forschungsleader mit Offenheit für alle Disziplinen und Forschungsgebiete sein. Wissenschaftliche Kompetenz war eine Grundvoraussetzung. Zudem sollten sie das Vertrauen der Scientific Community genießen, wissenschaftlich unabhängig sein – und effiziente Kommunikatoren sein, um die Spitzenforschung gut zu verteidigen.

Die EU-Kommission hat Mitte Mai den italienischen Nanowissenschaftler Prof. Dr. Mauro Ferrari zum nächsten ERC-Präsidenten ernannt. Er tritt sein Amt zum 1. Januar 2020 an. Was sprach für ihn?

Die Aufgabe der Findungskommission war es lediglich, EU-Forschungskommissar Carlos Moedas drei Namen vorzuschlagen, da die Ernennung des ERC-Präsidenten der EU-Kommission obliegt. Wir haben also keine Reihung vorgenommen, standen jedoch voll und ganz hinter jedem Einzelnen der Vorgeschlagenen.

Vor welchen Herausforderungen steht der neue ERC-Chef?

 Der ERC gilt als Erfolgsgeschichte der europäischen Rahmenprogramme. Mit über 10 000 ERC-Grantees ist der Rat in die Weltspitze der Grundlagenforschung aufgestiegen und hat die USA in den Top-1-Prozent der meistzitierten wissenschaftlichen Publikationen überholt. Nun sind der europäischen Öffentlichkeit die Bedeutung der Grundlagenforschung und die erzielten Ergebnisse zu kommunizieren.

Was steht noch auf der Agenda?

Mit dem Scientific Council des ERC müssen fortlaufend Strategien entwickelt werden, um die steigende Zahl der Förderanträge und die sich ständig verändernde Wissenschaftslandschaft bei der Zusammensetzung und Arbeit der 25 Begutachtungspanels zu berücksichtigen. Zudem stellt sich die Frage, ob sich aus den vom ERC finanzierten wissenschaftlichen Leistungen Verbindungen herstellen lassen zu anderen Teilen von Horizon Europe, dem neuen EU-Rahmenprogramm, um dadurch die Ergebnisse der Grundlagenforschung besser für Europa zu nutzen.

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