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Kündigen: Wie sage ich´s richtig?

Verträge laufen aus, eine Verlängerung ist unmöglich: Trennungsgespräche gehören zum Alltag im Wissenschaftsbetrieb. Doch wie verhält man sich da? Tipps für Beschäftigte und Chefs.

Wenn sich die Wege trennen, steht ein weniger angenehmes Gespräch an. Für den Professor, der seinem langjährigen Mitarbeiter sagen muss, dass nun für ihn Schluss ist am Institut. Oder für den Mitarbeiter, der bessere Karrierechancen an einem anderen Forschungsinstitut sieht und seinen Wechsel verkündet. Damit das Trennungsgespräch nicht aus dem Ruder läuft, gilt für beide Seiten: fair bleiben.

„Der Vorgesetzte muss die negative Botschaft schnell vermitteln und eindeutig erklären“

Gefordert sind hier vor allem Vorgesetzte. „Sie müssen die negative Botschaft schnell vermitteln und eindeutig erklären“, sagt die Organisationspsychologin Manuela Richter. Sie forscht an der Universität des Saarlandes zum Thema professionelles Trennungsmanagement.

Beide Seiten sollten dafür sorgen, dass das Gespräch respektvoll verläuft. Unfairness erhöht für den Arbeitgeber das Risiko, dass der Mitarbeiter schlecht über ihn spricht, Klage einreicht oder in den restlichen Monaten am Arbeitsplatz für schlechte Stimmung sorgt. Doch auch für den Mitarbeiter ist ein faires Gespräch wichtig. „Der Mitarbeiter kann sich eher auf seine Zukunft und seine neue Berufsplanung konzentrieren, wenn er mit dem ehemaligen Arbeitgeber abgeschlossen hat und keinen Groll hegt“, sagt Richter.

Dafür braucht es auch den richtigen Ton im Gespräch. Entscheider sollten Floskeln oder Small Talk vermeiden (siehe Infokasten). „Wer zu lange um den heißen Brei herumredet, lässt den Respekt vermissen“, sagt Richter. Und auch, wenn der Mitarbeiter seinem Ärger Luft macht, sollte die Führungskraft das aushalten. „Es ist das gute Recht des Mitarbeiters, Emotionen zu zeigen“, sagt Organisationspsychologin Richter. Nur: Verbale Aggressionen bringen ihn in seiner Zukunftsplanung nicht weiter.

Beim Trennungsgespräch kommt es aber nicht nur auf den Ton, sondern auch auf die Inhalte an. Beispiel Feedback. Karrierecoach Christina Panhoff plädiert für die Sandwich-Technik: „Vorgesetzte sollten einerseits loben, andererseits auf Defizite hinweisen und Gründe nennen, warum man mit der Leistung nicht zufrieden war.“ Professoren sollten Mitarbeitern mit einem Feedback helfen. „Nennen Sie Beispiele, in welchen Bereichen der Mitarbeiter sich noch verbessern kann“, rät Panhoff.

Wer als wissenschaftlicher Mitarbeiter das Institut verlassen will, sollte den Schritt gut vorbereiten. Ein Gespräch mit dem Vorgesetzten ist Pflicht. „Den Wechsel in einer E-Mail oder zwischen Tür und Angel anzukündigen, ist falsch“, sagt Richter. Auch hier gilt: schnell und eindeutig die Entscheidung verkünden und begründen, warum man anderswo bessere Perspektiven sieht. „Man sollte die Arbeitsbeziehung so zu Ende bringen, wie sie gekennzeichnet war: mit Hilfe gegenseitiger Wertschätzung und Transparenz“, sagt die Organisationspsychologin. Beide Seiten sollten versuchen, aus der Trennung das Beste zu ziehen: der Vorgesetzte, da er mit ehemaligen Mitarbeitern noch gemeinsame Projekte machen kann. Und der Mitarbeiter, weil er vom Kontakt zu seinem Ex-Chef vielleicht irgendwann profitieren kann.

Verbotene Floskeln

Verbotene Floskeln

„Na, wie geht es Ihnen heute?“
Kein Small Talk als Vorgesetzter. Das wirkt in der besonderen Situation einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit dem Mitarbeiter eher falsch und verletzend.

„Ich weiß ganz genau, wie Sie sich jetzt fühlen“
Das will wohl niemand hören, dem entweder gerade gekündigt wurde oder dessen Vertrag ausgelaufen ist. Vor allem sollten Kollegen, die ihren Arbeitsplatz behalten, behutsam mit demjenigen sein, der seinen Arbeitsplatz verliert.

„Wenn ich könnte, würden Sie weiterhin für mich arbeiten“
Als Vorgesetzter sollten Sie Mehrdeutigkeiten vermeiden. Damit suggerieren Sie einen Handlungsspielraum, den Sie möglicherweise gar nicht haben.

„Machen Sie sich keine Sorgen. Sie finden sicher bald einen neuen Job“
Floskeln und Plattitüden wirken sehr herablassend. Man könnte meinen, dass Sie die Sorgen des Mitarbeiters nicht ernst nehmen.

„Es fällt mir sehr schwer, Sie gehen zu lassen“
Das soll wohl eher das eigene Gewissen des Chefs erleichtern. Für den Mitarbeiter ist die Situation schwierig genug.

Internet:  www.uni-saarland.de/lehrstuhl/ ao-psychologie/personen/richter.html

Buchtipp

Der Buchtipp zum Thema

Wie Führungskräfte Arbeitsverhältnisse professionell beenden, hat der Personalmanager Dr. Laurenz Andrzejewski in seinem Buch „Trennungs-Kultur und Mitarbeiterbindung“ beschrieben. Darin bietet er Praxisübungen, Checklisten und einen Argumentationsleitfaden an.

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