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// Editorial: arbeit //

Sagt Ihnen die „digitale Boheme“ noch was? Vor knapp 20 Jahren, als es mit dem Internet so richtig losging, ...

...  war sie in aller Munde. Kreative, mit Laptops ausgestattete Menschen schienen den Traum zu verwirklichen, frei und ungebunden zu arbeiten. Raus aus dem trostlosen Angestelltendasein, rein in die freie Zeiteinteilung, coole Cafés und leer stehende Gebäude in Stadtvierteln, in denen die Mieten günstig waren (ja, so was gab es mal, die Älteren erinnern sich vielleicht). Auch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schien diese Arbeitsorganisation ihre Reize zu haben. Holm Friebe und Sascha Lobo manifestierten das Lebensgefühl 2006 in ihrem Buch „Wir nennen es Arbeit“. Sie beschrieben eine Kultur und Wirtschaft der Selbstständigkeit, in der Menschen selbstbestimmt im Internet Geld verdienten, Produkte entwickelten, Dienstleistungen verkauften, sich vernetzten. 

Für ihre Vision der Selbstständigkeit wurden sie gefeiert, bekamen aber auch damals schon Gegenwind, und inzwischen scheint die Ära der Freiberuflichkeit definitiv vorbei zu sein. Das liegt einerseits daran, dass sie sich für viele Menschen entzaubert hat – Verdienst und soziale Absicherung ließen dann doch zu wünschen übrig. Zum anderen ist es einfacher geworden, eine feste Beschäftigung zu finden; die Not der hohen Arbeitslosigkeit, die die Ideologie der Selbstständigkeit befeuerte, ist (hoffentlich für lange) vorbei. Zudem haben viele Unternehmen umgedacht: Mobilität wird großgeschrieben, ebenso Flexibilität. Spätestens seit der Pandemie ist es nicht nur kein Problem mehr, außerhalb der Unternehmensräume zu arbeiten, es ist sogar gewünscht. Ist der Traum der digitalen Boheme wahr geworden, zumindest was die räumliche und zeitliche Flexibilität betrifft? 

Teils, teils. Als ich während des Lockdowns im April 2020 eine Geschichte fertig produzierte und noch letzte Informationen mit meinen Gesprächspartnern abstimmte, schickte ich meine E-Mails an sie am Karfreitag heraus, damit sie sie nach Ostern vorfänden und bearbeiteten. Zu meiner Überraschung antworteten fast alle noch am selben Tag. Der Feiertag – Schall und Rauch? Damals fühlte es sich aufregend an, aber die ständige Erreichbarkeit war schon vor der Pandemie oft mehr Fluch als Segen. Anders dagegen die Arbeit in häuslicher Abgeschiedenheit. Hier hat den meisten Menschen erst die Pandemie gezeigt: Es ist weder schön noch inspirierend, tagein, tagaus allein am Schreibtisch zu schaufeln. Da helfen auch Videokonferenzen und Chats nicht weiter. Wohlweislich ist dieser einsame Teil der flexiblen Arbeit von der digitalen Boheme nicht geträumt worden.

Und nun? Wo stehen wir heute mit der digitalen Arbeit, dem Homeoffice und den digitalen Möglichkeiten? Das DUZ THEMA versucht eine Antwort. Es trägt Einschätzungen und Analysen von Expertinnen und Experten zusammen, die erklären, warum das Telefon eine Renaissance erlebt, warum jeder seinen eigenen Weg finden muss, mit dem digitalen Arbeiten umzugehen, und wie das am besten geht. Wir wünschen Ihnen eine nutzbringende Lektüre! //

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