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// Editorial //

Tagtäglich erleben wir, wie die Corona-Pandemie unsere Gesellschaft aus den Angeln zu heben droht. Vieles, worauf wir stolz waren und was wir als selbstverständlich erachtet hatten, gerät ins Wanken. ...

... Dass wir in einer vermeintlich so aufgeklärten und fortschrittlichen Gesellschaft wie der deutschen gegen immer abstruser ausfallende Verschwörungstheorien ankämpfen müssen; dass wir erklären müssen, dass Impfen kein Teufelswerk ist und dass eine Bedrohung wie das Corona-Virus unser aller Solidarität erfordert – all das lässt einen etwas ratlos zurück.

Was sind die Ursachen dafür? Warum dominieren anstelle von Vernunft und Zusammenhalt derzeit Wut und Hass, Konfrontation und asoziales Verhalten die öffentlichen Debatten und auch das Tagesgeschehen (erwähnt seien hier nur die zunehmend aggressiv-selbstbewusst auftretenden Maskenverweigerer oder die auf sich und ihren „Wagemut“ stolzen Großpartygänger)? An Corona alleine kann es nicht liegen. Vielmehr bringt der Ausbruch des Virus nur ans Tageslicht, was bereits vorher schon im Argen lag. Damit die Corona-Krise nicht zu einer politischen und sozialen Katastrophe ausartet, brauchen wir dringend Antworten auf diese Fragen – und zwar wissenschaftlich basierte, frei von Mythen, Eigeninteressen, privaten Überzeugen. Wir benötigen Fakten, um den Faktengegnern und Manipulatoren dieser Welt das Handwerk zu legen und zurückzukehren zu dem, was uns stark macht und unser heutiges und zukünftiges Leben sichert: Vernunft, Diskurs, gemeinsames Handeln, Planbarkeit. Ein interessanter Vorstoß in diese Richtung ist eine am 26. Februar vom Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) gestartete bundesweite Befragung: In der von den Universitäten Halle, Bielefeld, Göttingen und Hannover entwickelten Studie mit geplanten 50 000 Teilnehmern stehen die regionalen Ursachen des Gelingens von sozialem Zusammenhalt im Mittelpunkt: „Wie und warum halten Menschen in Zeiten der Pandemie zusammen? Spielen Nachbarschaft und die Heimatregion eine Rolle für das Zugehörigkeitsgefühl? Welche Unterschiede gibt es zwischen Stadt und Land?“

„Der soziale Zusammenhalt innerhalb einer Gesellschaft hat langfristig großen Einfluss darauf, ob und wie diese dazu in der Lage ist, gemeinsam kleine und große Herausforderungen zu bewältigen“, so Prof. Dr. Reinhold Sackmann, Sprecher des FGZ-Teilinstituts an der Uni Halle-Wittenberg, das die Befragung koordiniert. Gesellschaftlicher Zusammenhalt lasse sich – so frühere Forschungsergebnisse – verspielen, „wenn die Menschen häufig das Gefühl haben, ihrer Regierung nicht trauen zu können, oder gegen andere Gruppen hetzen.“ Ähnlich gelagert dürfte es an den Hochschulen sein: Wie insbesondere die Hochschulleitungen der Corona-Krise begegnen und ob sie in der Lage sind, die Bedürfnisse ihrer Mitglieder zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, wird entscheidend für das Gelingen des neuen Studienjahres sein. Mehr dazu erfahren Sie in unserer Themenstrecke ab Seite 16.

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