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„Zögerlich bei Datenbanken“

Wie gut vermarkten Hochschulen ihre Patente? Ilja Rudyk vom Europäischen Patentamt erklärt das Anhand eines Scoreboards

Herr Dr. Rudyk, Sie sind am Europäischen Patentamt (EPA) Ökonom, Senior Economist und einer der Studienautoren des Scoreboards. Wie erfolgreich sind demnach Europas Hochschulen und Forschungseinrichtungen bei der Vermarktung ihrer Patente?

Hochschulen und Forschungseinrichtungen vermarkten heute bereits mehr als 36 Prozent der Erfindungen, die sie beim EPA als europäisches Patent angemeldet haben. Das gilt als hoher Wert, denn nicht alle patentierten Erfindungen können auch vermarktet werden. Dabei ist die Lizenzierung mit Abstand die gängigste Art der Vermarktung. Danach folgen Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit der Industrie und der Verkauf der Patente.

Laut Ihrer Studie ist bei weiteren 42 Prozent der angemeldeten Patente eine Verwertung geplant. Warum sind Hochschulen und Forschungseinrichtungen da noch nicht so weit?

Zumeist liegt das daran, dass die Erfindung noch nicht das „Proof-of-Concept-Stadium“ erreicht hat, das ja eine prinzipielle Durchführbarkeit belegen soll. Die Erfindung befindet sich also noch in der Forschungs- und Entwicklungsphase oder es gibt noch keine passende Anwendung. Schwierig ist häufig auch, einen geeigneten Partner für die Kommerzialisierung zu finden. Oder es mangelt an finanziellen und personellen Ressourcen, vor allem in Süd- und Osteuropa. Bei den Patenten, die bereits erfolgreich vermarktet wurden, waren die Kosten und die Komplexität die wesentlichen Herausforderungen in den Vertragsverhandlungen mit Start-ups, Unternehmen oder Industriepartnern.

Wie sieht es bei den deutschen Einrichtungen aus, die Sie befragt haben?

Gerade deutsche Vertreter sehen in kostenintensiven und komplexen Verhandlungen bei der Vermarktung ein Hindernis. Die Suche nach Industriepartnern stuften sie dagegen als weniger pro-blematisch ein, anders als die Vertreter aus anderen Regionen Europas. Auch die Frage nach Ressourcen stand für sie nicht so sehr im Mittelpunkt.

Wie können Hochschulen und Forschungseinrichtungen ihre Erfindungen besser vermarkten?

Sie können Wissenschaftler unterstützen, schon im Vorfeld zu überlegen, welche Anwendungsmöglichkeiten es für eine Erfindung geben könnte. Das würde Risiken der Vermarktung mindern. Auch könnten sie Patentdatenbanken oder Internetplattformen für Erfindungen stärker nutzen, da sind sie oft noch etwas zögerlich. Dies würde Wissenschaftlern die Suche nach Partnern erleichtern.


Link zur Studie


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