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Doch nicht umsonst:
ein Lächeln. |
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Der
Artikel erschien im duz MAGAZIN 07/10
vom 25.06.2010
Wenn Gefühle
harte Arbeit werden
Einige
Studierende waren wieder schlecht vorbereitet, und Sie als Dozent sind
übel gelaunt. Das kann passieren. Trotzdem sollten Sie im Seminar
für eine freundliche, konstruktive Stimmung sorgen. Emotionsarbeit
heißt das in der Wissenschaft. Aber wie lernt man das?
von
Mandy Kunstmann
Haben Sie schon
mal schwarze Butter probiert? fragt Dr. Detlef Liepmann
und blickt in die Runde der Studierenden im Auditorium, die plötzlich
alle hellwach sind. Mhhh, köstlich! scherzt er ins Mikrofon
und löst damit ein gemeinschaftliches Kichern aus. Der Psychologie-Professor
der Freien Universität Berlin versteht es, sein junges Publikum auch
bei spröden Themen zu fesseln. Humor und Freundlichkeit sind sein
Erfolgsrezept.
In vielen Unternehmen
ist es schon längst üblich, eine interessante und freundliche
Ansprache gezielt zu üben und Mitarbeiter darin zu schulen, selbst
in schwierigen Situationen die Ruhe zu bewahren. An den Unis sieht es
noch anders aus. Für die Hochschulleitungen spielt das Thema kaum
eine Rolle. Dabei ist es wichtig, dass Chefs ihre Angestellten darin unterstützen,
ihren Job mit einer positiven Ausstrahlung zu meistern. Schließlich
ist es harte Arbeit, zum Gegenüber zuvorkommend und sachlich zu sein,
wenn das innere Empfinden etwas anderes sagt.
Die eigenen Gefühle
den im Job verlangten Emotionen anzupassen, das bezeichnet die Forschung
als Emotionsarbeit. Und im schlimmsten Fall kann die sogar krank machen.
Wenn ein Dozent emotional sehr viel investiert und von den Studierenden
und seinen Vorgesetzten emotional wenig zurückkommt und das
über einen langen Zeitraum , dann sinkt die Motivation und
somit auch die Leistung, erläutert Dr. Daniela Rastetter, Professorin
für Personal, Organisation und Gender Studies an der Universität
Hamburg. Sie warnt: Am Ende steht der Burn Out.
Rastetter weiß,
wie Chefs ihre Mitarbeiter in dem emotionalen Job unterstützen können.
Professoren sollten zuhören können und ihre Mitarbeiter
loben, wenn sie zum Beispiel einen Konflikt gut gelöst haben,
erläutert sie. Auf der anderen Seite sei es auch wichtig, dass Probleme
angesprochen, Hilfe angeboten und mit den Mitarbeitern darüber diskutiert
werde, wenn etwas schief gelaufen sei. Idealer Weise schaffen Vorgesetzte
einen Raum, in dem sich die Lehrenden untereinander austauschen und zum
Beispiel über Konflikte mit Studierenden diskutieren. Leider,
so ihr Fazit, werde das an Hochschulen noch zu wenig gemacht.
Auch in Detlef
Liepmanns Uni-Alltag läuft nicht immer alles reibungslos ab.
Immer wieder kommt es vor, dass Studierende Lehrveranstaltungen stören
oder nicht gut vorbereitet sind und dadurch für Spannungen und schlechte
Stimmung sorgen. Das frustiert Liepmann. Zwar hat die Berliner Universität
in solchen Fällen kein konkretes Hilfsangebot parat. Doch gibt es
einen Fortbildungskurs, der bei Problemen mit Kollegen weiterhelfen soll.
Unabhängig davon wissen sich die Lehrenden selbst zu helfen: Bei
Konfliktsituationen versuchen wir, eine gemeinsame Linie zu finden,
sagt Liepmann. Wir tauschen uns des Öfteren wenn auch
nicht regelmäßig über unsere Lehrveranstaltungen
aus. Jeder mache schließlich seine individuellen Erfahrungen.
Menschen,
die Emotionsarbeit
leisten, sollten nicht vergessen,
sich dafür zu belohnen.
Selbst
wenn für deutsche Hochschulen Emotionsarbeit noch kein großes
Thema darstellt, einen kleinen Lichtblick sieht Daniela Rastetter: An
einigen Universitäten, darunter auch die der Hansestadt, existieren
mittlerweile Weiterbildungsangebote für Dozenten und wissenschaftliche
Mitarbeiter, die den Umgang mit Konflikten mit Studierenden thematisieren.
Dennoch: Es müssten mehr Gesprächskreise geschaffen werden.
Das wünscht sich die Hamburgerin für die Hochschullandschaft.
Bis es soweit
ist, sind Lehrende weitgehend auf sich allein gestellt. Für Hochschuldozenten
hat die Professorin einen Tipp: Wichtig ist, sich bewusst zu machen,
dass Emotionsarbeit echte Arbeit ist, so Rastetter. Menschen,
die Emotionsarbeit leisten, sollten nicht vergessen, sich dafür zu
belohnen mit einem ausgiebigen Spaziergang oder gutem Essen vielleicht.
Mandy
Kunstmann
ist Journalistin in Berlin.
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