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Ausländische Studierende
und Forscher schätzen die deutschen Geisteswissenschaften
auch wegen der exzellenten Bibliotheken. |
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Der
Artikel erschien in
duz EUROPA 02/10 vom 12.03.2010
Im
Ausland haben die deutschen Geisteswissenschaften ein exzellentes Renommee.
Das belegt eine aktuelle Untersuchung. Sie zeigt allerdings auch auf,
wo nachgebessert werden muss.
Studie
Die deutschen Geisteswissenschaften haben weltweit ein hohes Ansehen
von
Mareike Knoke
Bonn
Hochschulrektoren und Dekane an einer Universität mit geisteswissenschaftlichem
Schwerpunkt dürfen sich beglückwünschen. Denn die deutschen
Geisteswissenschaften werden international hoch geschätzt und gelten
als gut vernetzt. Vor allem Fächer wie Romanistik, Germanistik, Ägyptologie
oder Religionswissenschaften sind bei auswärtigen Studierenden und
Wissenschaftlern beliebt.
Umgekehrt ist
auch die Auslandsmobilität deutscher Geisteswissenschaftler hoch;
bei den Studierenden und Promovenden ist sie mit 53 Prozent sogar
höher als in fast allen anderen Fächern; während der Auslandssemester
werden Kontakte für die spätere wissenschaftliche Arbeit geknüpft.
Nachzulesen ist
dies in der neuen Studie Die internationale Positionierung der Geisteswissenschaften
in Deutschland der Hochschul-Informations-System GmbH
(HIS), die Ende Februar auf einer Tagung in Bonn vorgestellt wurde. Die
Autoren haben die Antworten von gut 1 200 Geisteswissenschaftlern
aus neun Fächern in Deutschland, den USA, Großbritannien und
Australien ausgewertet.
Neben viel Lob
nennt die Studie jedoch auch Defizite. Dort müssen die Hochschulverantwortlichen
nachbessern, um das gute Renommee nicht zu gefährden. Zu den Negativposten
gehören der fortschreitende Stellenabbau vor allem beim Mittelbau
und finanzielle Kürzungen, besonders in den sogenannten kleinen Fächern,
sagt Dr. Dorothea Rüland, wissenschaftliche Beraterin der Studie
und Direktorin des Zentrums für Internationale Kooperation an der
Freien Universität Berlin. Dabei seien es gerade die kleinen Fächer
wie Ägyptologie oder Mongolistik, die deutschen Forschern in den
jeweiligen Ländern besondere Möglichkeiten eröffneten.
Auch, weil deusche Hochschulen im Gegenzug sehr gute Ausbildungsmöglichkeiten
für Studierende aus diesen Ländern in eben dem Fach böten.
Im Argen, so
Rüland, liege auch die Nachwuchsförderung: Die Zukunftsaussichten
für den geisteswissenschaftlichen Nachwuchs sind in Deutschland bescheiden.
Deshalb entschließen sich viele Jungwissenschaftler, in die Wirtschaft
oder ins Ausland zu wechseln. Dies registrieren auch ausländische
Wissenschaftler.
Ein großes
Problem darauf hatte schon 2006 der Wissenschaftsrat hingewiesen
ist der Faktor Zeit. Deutsche Geisteswissenschaftler sind wegen
der schlechten finanziellen Ausstattung ihrer Hochschulinstitute auf intensive
Drittmittelakquise angewiesen. Mittel akquirieren müssen auch die
Kollegen in den USA oder in Großbritannien. Dort gibt es jedoch,
anders als hierzulande, Personal, das Wissenschaftler vom leidigen Papierkram
entlastet. Etliche der ausländischen Forscher räumten allerdings
ein, auf die Defizite vor allem durch die Klagen der deutschen Kollegen
gestoßen und somit beeinflusst worden zu sein. Weniger jammern kann
also nicht schaden, denn auch die Haben-Seite weist einiges auf.
Was an den deutschen
Geisteswissenschaften vor allem begeistere, sei die hervorragende
Bibliotheks-, Archiv- und Museumslandschaft, zitiert die
Studie einige der Befragten. Das verfügbare umfangreiche Quellenmaterial
sowie hochkarätige Tagungen und Kongresse veranlassten sie immer
wieder zu Forschungsreisen nach Deutschland, gaben die befragten ausländischen
Wissenschaftler unisono zu Protokoll. Lob erteilten alle Interviewten
auch den Förderprogrammen der Alexander von Humboldt-Stiftung,
des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Vergleichbar großzügige Förderung suche man in Großbritannien
vergeblich, sagte etwa eine britische Ägyptologin den Autoren.
Internet:
www.his.de/abt2/ab22/aktuell
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